Der Duderstädter Prothesenhersteller Ottobock wehrt sich gegen einen Bericht von sogenannten Shortsellern und weist die darin genannten Vorwürfe zurück. Die Aktie war nach Veröffentlichung des Artikels um 11 Prozent abgesackt.
Die Duderstädter waren erst im vergangenen Herbst an die Börse gegangen, am Dienstag überlagerte dann ein im Internet veröffentlichter Bericht die erste ordentliche Hauptversammlung: Das US-Unternehmen Grizzly Research warf Ottobock unter anderem vor, Erträge künstlich aufzublähen und die tatsächliche Performance des Unternehmens zu verschleiern. Auch sei Ottobock stark vom Russlandgeschäft abhängig. Schlussendlich sei die Aktie von Ottobock deutlich überbewertet. Sogenannte Shortseller wie Grizzly Research wetten typischerweise auf fallende Kurse. Ottobock wertete den Bericht am Mittwoch als Meinungsäußerung eines Akteurs, der ein Eigeninteresse an fallenden Kursen habe - und weist die Vorwürfe zurück.
Ottobock prüft rechtliche Schritte
Man halte sich an internationale Standards zu Bilanzierung, auch würden die Bilanzen von Wirtschaftsprüfern überprüft. Die Behauptungen zum Russlandgeschäft seien falsch, Ottobock versorge dort ausschließlich Zivilisten. Zu Behauptungen über eine hohen Verschuldung des einstigen Eigentümers und heutigen Großaktionärs Hans Georg Näder teilte Ottobock mit, man kommentiere keine Angelegenheiten von Aktionären. Ottobock prüft nun eigenen Angaben zufolge rechtliche Schritte.